5 Fragen, die Sie sich im Urlaub unbedingt stellen sollten

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Kennen Sie die fünf Fragen, die Sie sich in Ihrem Urlaub unbedingt stellen sollten? Darum geht es in dieser Folge von Orientierungszeit.

Waren Sie dieses Jahr im Urlaub? Konnten Sie überhaupt wegfahren, oder hat Sie die allgemeine Situation mit den Schwierigkeiten beim Reisen davon abgehalten, dahin zu reisen, wo Sie eigentlich hin wollten?

Ich selbst wollte zu einem Fachkongress nach Kanada. Der wurde um zwei Jahre gleich verschoben. Also hatte ich Zeit, mein zweites Buch vorzubereiten. Dazu werde ich aber in einer anderen Folge nochmal etwas erzählen.

Ich habe die Zeit zur Orientierung genutzt. Sas ist etwas, was ich auch Ihnen ans Herz legen möchte, dass Sie im Urlaub natürlich dafür sorgen, dass Sie Erholung erhalten, dass Sie die Zeit nutzen, wenn Sie mit der Familie unterwegs sind, auch das Familienleben zu stärken und sich genügend um Partner oder Partnerin und die Kinder zu kümmern. Aber Sie sollten auch Zeit zum Nachdenken haben. Das ist in unserer Zeit von Smartphone, Social-Media und anderen Ablenkungen gar nicht mehr so leicht. Man muss sich fast dazu zwingen, sich Orientierungszeit zu nehmen.

Retreat oder nicht?

Manche meiner Kollegen nutzen die Zeit in einem Retreat. Das ist schön, weil sie dort wirklich für sich allein sind und Zeit bekommen, um nachzudenken. Die Familie muss dann natürlich einverstanden sein. Aber ich glaube, dass man auch im normalen Urlaub Zeit genug finden kann, um sich wieder zu orientieren.

Abstand? Aber sicher!

Jetzt fragen Sie sich vielleicht Ja, worüber soll ich mich denn überhaupt orientieren? Da ist es eine gute Gelegenheit, einfach mit den Gedanken einmal weit in die Zukunft zu gehen, weil die Orientierung aus der Zukunft mit dem Blick auf die Gegenwart, hilft einem sehr für die Gegenwart, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der Blick aus der Zukunft, zum Beispiel der Blick aus einer Zeit in 25 Jahren oder in der Zeit, wo die Kinder aus dem Haus sind oder in der Zeit, wo sie im Ruhestand sind, wird ihnen helfen, ihre jetzige Situation realistischer und vielleicht auch mit genügend Abstand zu betrachten.

Abstand ist nämlich wichtig. Und damit meine ich den inneren Abstand zu der jetzigen Situation, die sie einfach vom Kopf her beschäftigt, aber auch von den Emotionen. Gerade die Emotionen, Dinge wie Stress, Druck und Ärger und weitere negative Emotionen führen dazu, dass wir die Fähigkeit, innerlich Abstand zu nehmen, nicht genügend wahrnehmen können. Innerer Abstand ist aber absolut notwendig, um bessere Entscheidungen zu treffen: Für sich, für sein Leben, für die Familie, aber auch für Sie in Ihrem Beruf, in Ihrer Aufgabe als Führungskraft.

Es lohnt sich, alles wieder auf den Prüfstand zu stellen. Und deswegen mein Rat: Nehmen Sie eine Position von in zum Beispiel 25 Jahren ein. Das gibt Ihnen einen gedachten inneren Abstand. Urlaub ist auch dann gut, wenn Sie von zu Hause weg sind. Dann haben Sie schon einmal einen räumlichen Abstand, und dieser räumliche Abstand führt häufig dazu, dass Sie den Kopf klarer bekommen,.

Wenn Sie dann noch für körperliche Bewegung sorgen und danach für etwas Ruhe, wo Sie allein nachdenken können, dann gelingt es Ihnen viel leichter, diesen inneren Abstand einzunehmen.

Und was machen Sie nun? Sie wagen aus dieser Zukunft, die ja noch nicht real ist, einen Blick auf die Gegenwart. Und da können Sie alles kritisch durchdenken, sozusagen wie ein unbeteiligter Beobachter. Sie kennen das vielleicht. Ihre beste Freundin weiß doch immer einen guten Tipp. Warum? Weil sie ihnen zwar gewogen ist, aber auch trotzdem genügend Abstand zu ihnen hat. Sie ist halt die beste Freundin, aber sie lebt nicht ihr Leben. Wenn es ihnen gelingt, diese Position einzunehmen, ihrer besten Freundin oder eines anderen Menschen, der es einfach gut mit ihnen meint – in diesem Fall sind sie das selber, nämlich ihr älteres Ich gibt Ihnen als Ihrem jüngeren Ich einen guten Rat, nämlich den Rat aus der Beobachterperspektive.

5 wichtige Fragen

Aus dieser zukünftigen Perspektive stellen Sie sich fünf Fragen.

Frage 1: Wo stehe ich in der Gegenwart?

Wenn es Ihnen schwerfällt, den inneren Abstand zu wahren, und Sie immer wieder mit Ihren Gedanken und auch Ihren Emotionen völlig in die Gegenwart hineingeraten und den inneren Abstand nicht gut wahren können? Ja, dann reden Sie nicht von sich mit dem Wort “Ich”, sondern reden Sie sich mit dem Vornamen an. Also ich würde sagen “Ja. wo steht der Jürgen jetzt eigentlich? Wo ist er örtlich gesehen? In Hamburg, in seinem Arbeitszimmer. Und wie sieht es mit den Zielen vom Jürgen aus?” Verwenden Sie die Ich-Form. Wo stehe ich? Örtlich gesehen: Bin ich da, wo ich sein will, in der richtigen Firma, in der richtigen Stadt, im richtigen Land, aber auch von den Zielen her gesehen. Wie nahe sind Sie Ihren Zielen in der Gegenwart? Und auch die Fragen nach ihren Emotionen und ihrem seelischen Zustand. Wie geht es Ihnen in der gegenwärtigen Situation aus der Zukunft gesehen, mit dem notwendigen Abstand?

Frage 2: Wie bin ich hierhin gekommen?

Wenn Sie wieder den Vornamen verwenden: “Wie ist der Jürgen dahin gekommen? Ist er auf dem richtigen Weg?” Also sind Sie den richtigen Weg gegangen, oder sind Sie vielleicht irgendwo falsch abgebogen? Wenn Sie sich das fragen. Dann können Sie auch sehen, was Sie zukünftig anders machen wollen und wo Sie den Weg und wie Sie den Weg korrigieren können.

Frage 3: Wohin sollte ich mich bewegen?

Also was sind die Ziele? Sind die Ziele, die in der Gegenwart jetzt gelten, eigentlich die richtigen? Oder sind sie aus der Sicht der Zukunft, wo eine gewisse Vorstellung da ist, wo man in Zukunft sein möchte, überhaupt richtig? Sind die gegenwärtigen Ziele richtig? Sollte ich andere Ziele wählen und sollte ich vielleicht auch einen anderen Weg wählen? Sie brauchen ja eine Übereinstimmung von den Zielen mit dem Weg und ihren Aktionen. Alles drei können Sie betrachten habe ich die richtigen Ziele, beschreibt ich den richtigen Weg und ist das, was ich konkret mache, auch wirklich zielführend und dient es dem Weg?

Wege können ja unterschiedlich sein. Sie können einen kurzen Weg wählen, der ist anstrengender oder z.B. kostenintensiver. Oder Sie wählen einen Weg, der länger dauert, dafür aber bequemer ist. Sicherlich fällt Ihnen dazu etwas ein, ob Sie einen Weg wählen, der schneller ist, weil Sie sich Leistung dazu kaufen. Das Ganze ist aber sowohl teurer als auch anstrengender. Oder Sie lassen sich einfach mehr Zeit, machen viel selbst, wie zum Beispiel beim Hausbau, wo Sie in Eigenarbeit eine ganze Menge Eigenleistung erbringen. Dadurch wird es nicht unbedingt schneller, aber preiswerter. Ob es bequemer ist? Gerade beim Hausbau kann ja auch die Eigenleistung den Körper ziemlich fordern.

Frage 4: Was motiviert mich eigentlich, den Weg zu gehen?

Was macht es für mich attraktiv? Ist es das Ziel, was ich erreichen will? Oder ist es auch einfach die Schönheit des Weges, auf dem ich mich befinde?

Frage 5: Was muss ich aus Sicht der Zukunft verändern?

Wenn ich mich zum Beispiel völlig verausgaben und meine Gesundheit ruiniere oder meine Partnerschaft gefährde oder meine Kinder nicht aufwachsen sehe oder seelisch verkümmerte, weil ich mich nicht genügend um meine musisch kreative Ader kümmere?

Ja, dann ist es Zeit, etwas zu verändern. Was muss ich in der Gegenwart aus Sicht der Zukunft verändern, damit ich in der Zukunft auch ankomme?

Fazit

Wenn Sie diese 5 Fragen im Urlaub in Ruhe betrachten und Ihre Ideen dazu aufschreiben und dann noch in die Diskussion mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner gehen, dann hat sich der Urlaub nicht nur vom Erleben und von der Erholung her gelohnt, sondern Ihnen auch Orientierung gegeben. Und das wünsche ich Ihnen, dass Sie immer genügend Orientierung haben. Nutzen Sie regelmäßig Zeit zur Orientierung: Orientierungszeit.

 

Alle Folgen von Orientierungszeit finden Sie hier:

Foto: depositphotos.com, 4285073, © Violin

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